Friedn – Das Wohnwerk Laim. Ausgabe 42, Visualisierung: Urban Progress

Liebe Leserinnen, liebe Leser !

Umfragen sind mit Vorsicht zu genießen. Jedes Wort in der Fragestellung kann den Ausgang beeinflussen. Auch bei der Auswertung kommt es darauf an, was die Zahlen wirklich aussagen. Das ist auch dann so, wenn das Presse- und Informationsamt der Stadt München alle sechs Monate ermitteln lässt, wie zufrieden die Münchner mit der Rathauspolitik im Allgemeinen und mit der Politik des Oberbürger-meisters im Besonderen sind. Diesmal richtete sich die schriftliche Umfrage an 490 Personen.

„73,5 Prozent der Befragten, die hier Angaben machten“, seien mit der Rathauspolitik zufrieden, verbreitet das Amt. Das ist sachlich richtig, zur gesamten Wahrheit gehört nur auch, dass 20 Prozent der Teilnehmer kein Urteil in der Sache abgaben. Die Folge: Konkrete Zufriedenheit äußerten nicht 73,5 Prozent, sondern 59 Prozent. Explizite Unzufriedenheit artikulierten 21 Prozent von allen. Die Werte liegen auf ähnlichem Level wie in den halbjährlichen Umfragen dieser Art seit Frühjahr 2023. Mit OB Dieter Reiter sind laut Amt 78 Prozent zufrieden, de facto sind es 67 Prozent.

Sodann wurde erneut nach Bekanntheit und „ganz allgemeiner“ Sympathie gefragt. Und siehe da: OB Reiter regiert seit 11,5 Jahren und 84 Prozent gaben an, er sei ihnen bekannt. Immerhin. 80 Prozent finden ihn sympathisch. Zum Vergleich: CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl ist zwar nur 27 Prozent bekannt, aber 63 Prozent finden ihn sympathisch. Bürgermeister Dominik Krause (Grüne) kennen 39 Prozent, 68 Prozent ist er sympathisch, während Jörg Hoffmann (FDP) 59 Prozent sympathisch ist, aber nur 8 Prozent kennen ihn. Nun zur Preisfrage: Was fangen wir mit den Zahlen an? Ist daraus zu schließen, dass weite Teile der Bevölkerung von der Rathauspolitik und vom OB begeistert sind? Und: Was nützt Sympathie, wenn einen niemand kennt?

Aufschlussreicher ist die Abfrage von Problemen in der Stadt, die den Befragten am wichtigsten sind. Es ist nicht etwa der Abbau von Lärmbelästigung, der in der Erhebung als erster Punkt abgefragt wurde. Es ist auch nicht die Müllvermeidung oder die Verkehrsberuhigung. Das wichtigste Problem ist der Umfrage zufolge der Erhalt preiswerten Wohnraums (61 Prozent). Dahinter folgen sozialer Wohnungsbau (50 Prozent), der Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel (49 Prozent) und Sicherheit vor Verbrechen (39 Prozent). Der Befund lautet also: Wohnungsbaupolitik first, besserer ÖPNV second und mehr Sicherheit third. Der Abbau von Lärmbelästigung liegt mit 9 Prozent übrigens auf dem letzten Platz. Ganz gleich, ob einem das bekannt ist oder gar sympathisch.

Es grüßt Sie ganz herzlich, womit Sie hoffentlich zufrieden sind, vielleicht ist es Ihnen sogar sympathisch,

 

Ihr

Bernhard Bomke, Chefredakteur 

 

Die aktuelle Ausgabe vom 19. November 2025

Frauenkirche in München, Quelle: Stocks

Die zauberhafte Altstadt in Landshut, Quelle: Stocks

Münsing am Starnberger See, Quelle: Stocks

Bayrische Lebensfreude, Quelle: Stocks

Das Friedensdenkmal in München, Quelle: Stocks

Der Viktualienmarkt in München, Quelle: Stocks