Gersthofen: AM-Serv und Goldbeck starten Neubau. Ausgabe 48, Quelle: Goldbeck
Liebe Leserinnen, liebe Leser !
Demnächst ist der 8. März. Dann wird Schauspielerin Christiane Paul 52, Deutschlands ehedem bekanntester Rhetorik-Prof Walter Jens würde 103, Julian Weigl, einst Kicker der Sechziger, wird 30,5 und es ist Internationaler Frauentag. Der ist zum Beispiel in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Russland und Uganda gesetzlicher Feiertag, nicht jedoch in Bayern. Im Freistaat gibt es am 8. März aber ebenfalls Action: Es ist Kommunalwahl. Das merkt man in diesen Wochen daran, dass das Mitteilungsbedürfnis mancher Parteien etwa in München deutlich zunimmt. Auch der erneut kandidierende Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), seit dem 1. Mai 2014 im Amt, signalisiert, dass er den 8. März fest im Blick hat. Das Indiz: Urplötzlich erteilt er dem Instrument der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) eine Absage.
Reiters Befund nach 15 Jahren SEM-Prozess im Nordosten und 6 Jahren im Norden Münchens: Dort sei noch immer keine einzige Wohnung gebaut worden. Das ist sachlich zutreffend. Nun soll es nach den Vorstellungen des Oberbürgermeisters „eine Genossenschaft oder Gesellschaft aller Grundeigentümer“ richten. Prompt protestiert Reiters Herausforderer Dominik Krause (Grüne, bislang 2. Bürgermeister), der Oberbürgermeister knicke „vor den Großgrundbesitzern im Norden ein“. Klingt ganz danach, als gäbe es dort Herrscher über Latifundien, die den Bau von Wohnungen verhinderten, nur um weiterhin mit dem Anbau von Soja, Zuckerrohr und Bananen Geld zu scheffeln.
Auch Clemens Baumgärtner (CSU), der andere Herausforderer Reiters und erklärter Gegner der SEM, reagierte prompt, nur ganz anders. Der einstige Wirtschaftsreferent sprach von einem „Sieg der Vernunft“ und davon, die SEM sei ein „Instrument der Kaltenteignung“. Er empfahl einen „kooperativen Dialog mit den betroffenen Grundstückseigentümern“.
Stellt sich die Frage, ob die Chancen für ein neues Wohngebiet mit Platz für mehr als 10 000 Bewohner im Nordosten Münchens ohne SEM steigen oder nicht. Immerhin spielen die Pläne eine wichtige Rolle beim Bemühen der Stadt, den Zuschlag für Olympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 zu erhalten. Auf dem Gelände ist im Erfolgsfall das Olympische Dorf vorgesehen, das hernach als Wohngebiet genutzt werden soll. Sollte es den Zuschlag für 2036 geben, könnte es mit dem Bau der Wohnungen zur Erstnutzung durch die Sportler womöglich eng werden. Ob das Internationale Olympische Komitee notfalls eine Zeltstadt akzeptieren würde?
Mit dem Thema Gewerbesteuerhebesätze in der Metropolregion München hat all das nichts zu tun. Darüber lesen Sie umso mehr ab Seite 13. Auch der Name Oliver Kahn fällt dabei. Viel Vergnügen!
Es grüßt Sie ganz herzlich und ohne jeglichen Großgrundbesitz
Ihr
Bernhard Bomke, Chefredakteur
Frauenkirche in München, Quelle: Stocks
Die zauberhafte Altstadt in Landshut, Quelle: Stocks
Münsing am Starnberger See, Quelle: Stocks
Bayrische Lebensfreude, Quelle: Stocks
Das Friedensdenkmal in München, Quelle: Stocks
Der Viktualienmarkt in München, Quelle: Stocks
