„Lokhöfe“ mit Büroturm am Rosenheimer Bahnhof. Ausgabe 47, Quelle: Jungadler

Liebe Leserinnen, liebe Leser !

Wenn Gerichte hierzulande überlastet sind, liegt das nicht nur daran, dass sie – wie in Berlin – klären sollen, ob bei wochenlangem Glatteis Salz auf Gehwegen gestreut werden darf oder nicht. Es könnte seinen Ursprung auch darin nehmen, dass ein Bauunternehmen vor der energetischen Sanierung zwecks zügiger Vermessung der Dachflächen eine Drohne über ein Gebäude fliegen lassen will. Wenn der Inhaber einer Dachgeschosswohnung – wie jüngst in München geschehen – genau das verhindern will, gibt es Arbeit für das Amtsgericht. Dort stellte der Wohnungsinhaber einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den Drohnenflug. Begründung: Dabei könnten personenbezogene Daten erfasst werden. Das Bauunternehmen hatte im Vorfeld kundgetan, genau solche Informationen unkenntlich zu machen.

Das Gericht wies den Antrag zurück. Es argumentierte mit einer erforderlichen Interessenabwägung und kam zu dem Schluss, dass das Schutzinteresse des Antragstellers in diesem Fall nicht „die schutzwürdigen Belange“ des Unternehmens überwiege. Der Drohnenflug sei von der Firma angekündigt worden, sodass Bewohner rechtzeitig Maßnahmen ergreifen könnten, Aufnahmen vom Inneren ihrer Wohnung auszuschließen. Zudem dauere der Drohnenflug nur wenige Minuten. Die Alternative, das Gebäude einzurüsten und einen Mitarbeiter das Dach quasi von Hand vermessen zu lassen, „würde einen deutlich intensiveren Eingriff darstellen“. Von Fragen der Verhältnismäßigkeit ganz abgesehen.

Eine Art Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit förderte auch die neue Zukunftsstudie der Münchner Schörghuber-Gruppe zutage. Deutschlandweit wurden dazu 2000 Personen im Alter von 16 bis 35 Jahren unter anderem nach ihren Wohnwünschen befragt. Quintessenz: Die Leute der Genera-tionen Y und Z wollen eher mehr Wohnfläche haben. Nur gut ein Drittel kann sich vorstellen, mit weniger als den 49 Quadratmetern auszukommen, die in Deutschland 2024 statistisch gesehen pro Person zur Verfügung standen. Es darf also etwas mehr sein. Und: Neuerdings strebt eine Mehrheit Wohneigentum an. 53 Prozent wünschen sich das, bei der Erhebung 2024 waren es erst 43 Prozent.

Und die Wirklichkeit? Erstens: Fast zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass der Wohnungsmarkt angespannt bleibt. Nur 28 Prozent erwarten eine Entspannung. Demnach stellen sich die meisten auf weiter steigende Kaufpreise und Mieten ein, was Wohnen auf größerer Fläche unwahrscheinlicher macht. Und zweitens: Zwar finden zwei Drittel Nachhaltigkeit beim Wohnen wichtig und verstehen darunter so etwas wie Stoßlüften und Stromsparen. Jedoch sind die Befragten kaum bereit, zugunsten von mehr Nachhaltigkeit auf größere Wohnfläche zu verzichten. Das wird vermutlich auch kein Amtsgericht ändern.

Es grüßt Sie ganz herzlich und wünscht Ihnen viel Erfolg beim Erfülltwerden Ihrer Wünsche in dieser Wirklichkeit

 

Ihr

Bernhard Bomke, Chefredakteur 

 

Die aktuelle Ausgabe vom 11. Februar 2026

Frauenkirche in München, Quelle: Stocks

Die zauberhafte Altstadt in Landshut, Quelle: Stocks

Münsing am Starnberger See, Quelle: Stocks

Bayrische Lebensfreude, Quelle: Stocks

Das Friedensdenkmal in München, Quelle: Stocks

Der Viktualienmarkt in München, Quelle: Stocks