Schulcampus und 1650 Wohnungen: Am Lerchenauer Feld
bauen sie jetzt alle.  Ausgabe 58, Quelle: Concept Bau

Liebe Leserinnen, liebe Leser !

Kann man sich ohne Gesichtsverlust über Immobilien unterhalten, wenn alle nur an Urlaub denken? Ja, kann man. Es muss dabei auch nicht um das Gebäudemodernisierungsgesetz gehen. Der Drops ist gelutscht. Es ging ohnehin nur darum, ob es künftig immer die Wärmepumpe sein soll oder fast immer. Aber man könnte spaßeshalber und leicht dialektisch anmutend die Frage stellen, was schon 43 000 angemeldete Abflüge vom Franz-Josef-Strauß-Flughafen in dieser Sommerferiensaison sind, wenn in München ständig von 50 000 Wohnungen die Rede ist, die bekanntlich als nächstes Etappenziel der Stadtspitze gelten. 50 000 zu 43 000 gleich Vorteil Immobilie!

Oder man zitiert gegenüber Leuten, die Erholung suchen, aber nicht finden, Ernst Böhm. Dem Gründer der B&O-Gruppe zuzuhören, was auf dem Bayerischen Immobilienkongress des BFW möglich war, macht ohne Ende Laune. Der Mann hat keine Lust auf die immergleichen Debatten darüber, warum Wohnungsbau nicht günstiger geht und irgendwie alles schwierig ist. Er fragt lieber, warum wir nicht über den Busparkplätzen an der Allianz-Arena Wohnungen bauen. Die TA Lärm, so könnte man ergänzen, dürfte da nicht groß hinderlich sein, weil die Busparkplätze zwar immer da sind, aber Busse eher selten. Die Nachfrage nach FCB-Apartments dürfte durch die Decke gehen, und die Bayernfans, die von ihrem Zuhause aus rund um die Uhr auf die Arena schauen können, würden andere Wohnungen in München freimachen. 

Nächster Vorschlag: Den einen oder anderen Maisacker nicht mehr für Maisanbau vorsehen, sondern für Wohnungsbau. Die Konfliktlinie Mais/Wohnungen ist noch nicht in den gängigen Kasalla-Talkshows angekommen. Maisfelder, so sagte Böhm sinngemäß, seien ökologisch ohnehin nahezu tot, dann doch lieber Wohnungen schaffen als Pflanzen anzubauen, die einen fürchterlich dürftigen Energieertrag pro Quadratmeter Anbaufläche bringen. Die Maisanbaufläche für eine Biogasanlage reiche für bis zu 40 000 Wohnungen, rechnete Böhm vor. Er regt als Einstieg an, in Garching 20 000 Wohnungen auf Maisfeldern zu bauen. Vorteil: Es gäbe dort dann nicht mehr nur Studien-, sondern auch Wohnplätze.  

Jede Wette, mit solchen Themen können Sie an allen Urlaubszielen zur Stimmungskanone werden. Und im Vergleich zu „Das Meer ist schön“, „Die Welt ist schlecht“, „Das Essen geht so“ und „Die Sonnencreme ist alle“ einen echten Brain Gainer liefern. 

Nun noch ein Geständnis: In den nächsten Wochen lassen wir Sie mit Immobilienthemen in Ruhe. Wir
machen etwas Sommerferien und freuen uns darauf.
Den nächsten Immobilienbrief München gibt es am 9. September. Sollten Sie am Strand oder am Gipfelkreuz niemanden finden, mit dem Sie über Immobilien sprechen können, schreiben Sie einfach uns, was Sie dort nicht loswerden. Wir überlegen dann, was wir damit machen könnten, womöglich bei einer Schale Maistortillas.  

Es grüßt Sie ganz herzlich – und: Schöne Ferien!

Ihr

Bernhard Bomke, Chefredakteur 

Die aktuelle Ausgabe vom 5. August 2026

Frauenkirche in München, Quelle: Stocks

Die zauberhafte Altstadt in Landshut, Quelle: Stocks

Münsing am Starnberger See, Quelle: Stocks

Bayrische Lebensfreude, Quelle: Stocks

Das Friedensdenkmal in München, Quelle: Stocks

Der Viktualienmarkt in München, Quelle: Stocks