Kaufbeuren: Redevco übernimmt von Nuveen das Forettle Center. Ausgabe 54, Quelle: Redevco

Liebe Leserinnen, liebe Leser !

Die wichtigsten Entscheidungen des Jahres sind im Wesentlichen gefallen. München und Augsburg haben neue Oberbürgermeister und überraschende Rathauskoalitionen. In München soll künftig gespart werden, aber auch diverse Gebühren werden wohl erhöht. Die Eisbachwelle ist wieder geöffnet; so haben neben den Surfern auch die Insta-Horden ihren alten Treffpunkt zurück. Bulgarien gewann erstmals den ESC und heißt künftig wahrscheinlich Bangaranga. Wal Timmy befindet sich nun in den ewigen Walgründen und die Dänen juckt das kein bisschen. Peugeot ruft 600 000 Autos zurück, weil ihre Hupe zu leise ist. Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag hat schon auf Olympiastimmung umgestellt und hofft, wie die neuen Münchner Mango-Koalitionäre, auf die Spiele in München 2036, 2040 oder 2044. 

Zu den wichtigen Entscheidungen, die getroffen wurden, gehört auch der Sound neuer Ernsthaftigkeit, der sich durch Teile des Vertrags der neuen Münchner Koalition zieht – und der insbesondere Unternehmen aus Immobilien- und Wohnungswirtschaft hoffen lässt. In den 36 Seiten heißt es zum Beispiel, die Bau- und Wohnungswirtschaft werde als wichtiger Partner betrachtet. Satz eins im Kapitel zu Stadtentwicklung und Wohnungsbau lautet: „Wir wollen ermög-lichen, dass mehr Wohnungen gebaut werden können.“ Der neue OB Dominik Krause lud schon am gestrigen Dienstag ausdrücklich auch Leute aus der privaten Wirtschaft zum Wohnungsgipfel.

Die Quote des geförderten Wohnungsbaus wird gesenkt, sodass privaten Bauträgern das Bauen ermöglicht werde. Die städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen (SEM) sollen so lange aufrechterhalten werden, „bis eine einvernehmliche Lösung erzielt worden ist“. Mit den privaten Grundstückseigentümern wolle man „partnerschaftlich und verlässlich zusammenarbeiten“ und, jetzt kommt’s, „das Privateigentum achten“. Ausdrücklich wird erwähnt, neuer Wohnraum solle „wirtschaftlich tragfähig“ entstehen. Und künftig ist auch der Eigentümerverband Haus+Grund München willkommen, wenn es um den Mietspiegel und vor allem um qualitative Verbesserungen des Zahlenwerks geht. 

Vieles davon klingt nach Selbstverständlichkeiten, die der Ratio entspringen. Da das alles aber tatsächlich neu ist, bleibt beim Blick zurück nur die Frage: Wie konnte das vorher alles nicht selbstverständlich sein? Umso mehr liest sich der Koalitionsvertrag nach einer Chance. Wenn Realität und Rationalität anstelle von „Wünsch dir was“, „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“ oder „Augen zu und stillgestanden!“ fortan wirklich die Basis sein sollen, besteht die ernsthafte Aussicht darauf, dass die Stadt vernünftige Entscheidungen trifft und insbesondere der Wohnungsbau eine Wiederbelebung erfährt. Dann wäre die Zeit vorbei, in der man sich zunehmend verzweifelt fragte: Wie kann es sein, dass eine wohlhabende Stadt wie München nicht in der Lage ist, das viele vorhandene private Kapital für den Bau von Wohnungen zu nutzen? Das nicht auf die Reihe zu kriegen, muss man erst mal schaffen! Es möge nun besser werden, am besten schnell. 

Es grüßt Sie ganz herzlich – und zuversichtlich

Ihr

Bernhard Bomke, Chefredakteur 

Die aktuelle Ausgabe vom 20. Mai 2026

Frauenkirche in München, Quelle: Stocks

Die zauberhafte Altstadt in Landshut, Quelle: Stocks

Münsing am Starnberger See, Quelle: Stocks

Bayrische Lebensfreude, Quelle: Stocks

Das Friedensdenkmal in München, Quelle: Stocks

Der Viktualienmarkt in München, Quelle: Stocks