Richtfest bei Pöttinger-Wohnungen für die Münchner Wohnen.
Ausgabe 61, Foto: Thilo Härdtlein
Liebe Leserinnen, liebe Leser !
Es gibt gar nicht nur Kopf-an-Kopf-Rennen, sondern auch klare Mehrheiten. Die große Mehrheit derer, die größere Geschäfte mit Immobilien machen, schaute auch dieses Jahr auf der Expo Real vorbei. Ganz gleich, ob die Messe München am Ende von 39 999 oder 42 000 Teilnehmern berichtet: Sie hätten gereicht, um das Bremer Weserstadion vollzukriegen. Also eine Größenordnung irgendwo zwischen den Fußballstadien in Augsburg und Nürnberg. Und: Auf jeden Fall mehr, als jedes Jahr zur Mipim nach Cannes pilgern.
Große Mehrheiten gab es auch für die Bewerbung Münchens um die Olympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Zunächst waren da die 66,4 Prozent Zustimmung beim Bürgerentscheid und die Entscheidung der Versammelten beim Deutschen Olympischen Sportbund pro München fiel mit 64,5 Prozent kaum weniger klar aus.
Nicht ganz so klar erscheint nun, was daraus folgt. Wenn erst 2029 über den Austragungsort der Spiele für 2036 entschieden wird, wären die sieben Jahre dazwischen im Falle eines Zuschlags vermutlich so sportlich, wie es Olympische Spiele sind. Sieben Jahre reichten nur dann aus, wenn Genehmigungs- und Bauzeiten für das Olympische Dorf, U- und S-Bahn-Verbindungen sowie zu sanierende Sportstätten ungefähr so wären, wie sie im Vorfeld der Spiele von 1972 waren.
Beim Sommerfest des ZIA Süd im Juni auf dem Olympiagelände bekamen die Teilnehmer in Erinnerung gerufen, dass die Zeltdachkonstruktion seinerzeit binnen zwei Jahren fertig war. Die gegenwärtige Sanierung der Dachfläche dauert – inklusive Planung – hingegen 13 Jahre. Wäre das nun das generelle Münchentempo, käme selbst 2044 viel zu früh. Es muss ja nicht nur ein Dach saniert werden.
Aber halt, sollte sich abzeichnen, dass München tatsächlich zum Zuge kommen könnte, würden die Prioritäten vermutlich völlig neu gesetzt. Für das Olympische Dorf im Nordosten der Stadt ließe sich eine eigene Definition von Bauturbo finden. Eine legale Form von Hexerei. Sollte es mit der zweiten Stammstrecke der S-Bahn nicht vorangehen, könnten Mitarbeiter von Stuttgart 21 abgezogen werden. Dort kommt es ohnehin nicht mehr darauf an, in welchem Jahrzehnt oder Jahrhundert der unterirdische Bahnhof fertig wird. Für alles andere würden die Begriffe Systembauweise, modulares Bauen und industrielle Vorfertigung strapaziert, dass die Schwarte kracht. Es würde schon, ganz gleich, ob das Gespann dann noch Krause-Söder heißt oder Dietl-Blume.
Nun aber erst einmal gutes Erholen von 16 Tagen Wiesn und drei Tagen Expo Real. Beim Relaxen könnte der Immobilienbrief München ganz hilfreich sein. Darin finden Sie Zahlen zum Gewerbeimmobilienmarkt, die gar nicht alle schrecklich sind. Und Wolfgang Wittmann hat eine Idee dazu, wie Sie Ihrer Zeit noch mehr Sinn und Inhalt geben könnten.
Es grüßt Sie ganz herzlich – und 100 Prozent metropolregional
Ihr
Bernhard Bomke, Chefredakteur
Frauenkirche in München, Quelle: Stocks
Die zauberhafte Altstadt in Landshut, Quelle: Stocks
Münsing am Starnberger See, Quelle: Stocks
Bayrische Lebensfreude, Quelle: Stocks
Das Friedensdenkmal in München, Quelle: Stocks
Der Viktualienmarkt in München, Quelle: Stocks

