Vier Immobilienprofis, vier Münchner Kommunalpolitiker, mittendrin Stadtbaurätin
Elisabeth Merk und dazu Moderatorin Alexandra May. Ausgabe 62, Foto: Bomke
Liebe Leserinnen, liebe Leser !
Kann es im Oktober Wichtigeres geben als die Expo Real? Nein. Aber die Welt bewegt sich auch jenseits des Münchner Messegeländes weiter. Ziemlich schnell sogar. Erich Schwaiger, der Unsichtbare, kauft das Hirmer-Haus nun offenbar doch nicht. Beim Mathäser geht es mit den Überlegungen zu einem gemischten Quartier weiter – mit oder ohne Kino. Nach dem Sendlinger Loch verschwindet demnächst wohl auch das Loch in Schwabing. Der norwegische Staatsfonds kauft bald vielleicht Büros in München. FCB-Trainer Vincent Kompany bekam den Bayerischen Sportpreis verliehen. Und die Münchner CSU fordert einen digitalen Wiesn-Plan.
Bundesbauministerin Verena Hubertz war zu zwei Stippvisiten in München. Zunächst hatte das Protokoll die Expo Real offenbar als Muss-Termin eingestuft. Also besuchte Hubertz die Messe nun schon zum zweiten Mal. Und wenn die Ministerin mit Wurzeln in Trier und Amtssitz in Berlin schon mal in Bayern war, sollte es auch noch zum Treffen mit Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause reichen. Zwar nicht auf besagter Expo Real, wo Krause nicht auftauchte, sondern bei einem Wohnungsbau-projekt der Stadtwerke am Flaucher. Der Aufhänger: 37 Projekte in München laufen mittlerweile mittels Bauturbo. Den verbucht Hubertz seit Oktober 2025 auf ihrem Haben-Konto. Das Stadtwerke-Quartier ist in München eines der 37.
Ob die Ministerin damit hadert, dass diese Form der Wohnungsbaubeschleunigung nicht Hubertz-Turbo heißt? Chance vertan, aber die nächste kommt bestimmt. Sollte irgendwann mal wieder eine Form der Eigentumsförderung erfunden werden, könnte die Stunde der Ministerin gekommen sein. Statt Eigenheimzulage vielleicht Hubertz-Wumms? Oder statt Baukindergeld Hubertz-Bonus? Oder anstelle von staatlicher Eigenkapitalabsicherung fürs erste Wohneigentum, was sperrig klingt, eher das Hubertz-Starter-Kit?
Noch mal zurück zur Expo Real 2026. Im Laufe vieler Gespräche mit Projektentwicklern, Finanzierern, Maklern, Investoren, diversen Dienstleistern und Marktforschern gewann der Immobilienbrief München den Eindruck, diese drei Tage könnten als Messe der kleinen, aber konkreten Schritte in die Annalen eingehen. Also alles andere als Stillstand, gewiss auch kein Ragebait-Format, eher schon – noch mal jugendsprachlich – hella neue Geschäftsideen oder alte Geschäftsideen in neuer Verpackung.
Dazu passt auch ganz gut, dass in den sieben Messehallen so gut wie gar nicht über Münchens Olympia-ambitionen gesprochen wurde. Zu ungewiss, zu weit weg. Dann doch lieber darüber, welches Projekt morgen funktionieren könnte, mit wem zusammen, mit wessen Geld und mit welchem Vorvermietungsstand. Immobilienwirtschaft, eben.
Ihr
Bernhard Bomke, Chefredakteur
Frauenkirche in München, Quelle: Stocks
Die zauberhafte Altstadt in Landshut, Quelle: Stocks
Münsing am Starnberger See, Quelle: Stocks
Bayrische Lebensfreude, Quelle: Stocks
Das Friedensdenkmal in München, Quelle: Stocks
Der Viktualienmarkt in München, Quelle: Stocks

