ABG Real Estate modernisiert Münchner Sitz der HUK-Coburg.  
Ausgabe 59, Quelle: Flooer für Allmannwapnner

Liebe Leserinnen, liebe Leser !

Die Sommerferienwochen waren nicht gerade arm an Nachrichten. Die Umbauagentur „Büro zu Wohnen“ nahm ihre Arbeit auf, die Zahl der Gästeübernachtungen in der Landeshauptstadt lag im ersten Halbjahr um 0,1 Prozent über dem Vorjahreswert, der Gutachterausschuss zählte bis zur Jahresmitte mehr Immobilienverkäufe und mehr Geldumsatz als bis zum Vergleichsstichtag des Vorjahres und die Hundefutter-, Katzenstreu- und Hamstervitaminpillen-Kette Fressnapf eröffnete ihren ersten deutschen Mikromarkt in Schwabing. Damit nicht genug: Auch die Gleichstellungsstelle, die es in München seit 1985 gibt und die dem Oberbürgermeister direkt unterstellt ist, brachte sich in Erinnerung.

Sie veranlasste die 80-jährige Betreiberin des Kultfahrgeschäfts „Teufelsrad“ auf der Wiesn, die vier Figuren überm Eingang so übermalen zu lassen, dass sie züchtig gekleidet erscheinen. Die städtischen Tugendwächter hatten bei den acht Jahrzehnte alten Figuren sexistische und diskriminierende Merkmale sowie Diversitätsdefizite geltend gemacht. Kunst ist bekanntlich Geschmacksache und solche Figuren sind es auch. Aber was bringt eine Gleichstellungsstelle dazu, sich statt um reale Diskriminierung um den Anstrich von Puppen zu kümmern?

Die Betreiberin des „Teufelsrads“ ist da viel weiter als die Amtsleute mit dem erhobenen Zeigefinger. Sie hat längst Kameras und Warnschilder aufgehängt, um das bekannte, extrem verzichtbare und vor allem reale Upskirting zu verhindern. Die Stadt kümmert sich in scheinbarer Niemand-hat-die-Absicht-Manier lieber darum, dass Puppen oben geschlossen, unten mit Radlerhosen und ganz unten auf jeden Fall mit Schuhen gekleidet sind. Gäste von überall, die sich auf der Wiesn die Figuren ansehen, werden sich fragen, warum die so komische Radlerhosen anhaben. Wo sind die Tennissocken? Zuvor werden sie die Puppen einfach mit einem Augenzwinkern registriert haben. Augenzwinkern? Wissen sie bei der Gleichstellungsstelle, was das ist?

Der Stadt München muss man den dringenden Rat geben, nach der Peinlichkeit mit der Eisbachwelle nun nicht auch noch mit Verklemmtheit und Wächterrat-Allüren den Ruf Münchens als Stadt der Lebensfreude, der Feierlaune und bisweilen der Lässigkeit zu gefährden. Gäste sollen weiterhin gerne nach München kommen, ohne über die Stadt lachen zu müssen. Und: Eine Gleichstellungsstelle, die bei Pappmaché-Figuren mehr Diversität anmahnt, sollte sich besser um Diversität der Gedanken in den eigenen Reihen kümmern. Und sich bei seriösen Gleichstellungsthemen einschalten. Oder gibt es da nichts mehr zu tun?

Derweil naht der Herbst der Termine. Besagte Wiesn beginnt am 19. September, am 5. Oktober startet die Expo Real und dazwischen, am 26. September, entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund, ob Berlin, Köln-Rhein-Ruhr oder München ins Rennen um die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 geschickt wird. Möge München weiterhin beste Chancen haben, trotz Radlerhosenfetisch bei Kunstfiguren.

Es grüßt Sie ganz herzlich – und augenzwinkernd

Ihr

Bernhard Bomke, Chefredakteur 

Die aktuelle Ausgabe vom 9. September 2026

Frauenkirche in München, Quelle: Stocks

Die zauberhafte Altstadt in Landshut, Quelle: Stocks

Münsing am Starnberger See, Quelle: Stocks

Bayrische Lebensfreude, Quelle: Stocks

Das Friedensdenkmal in München, Quelle: Stocks

Der Viktualienmarkt in München, Quelle: Stocks