Das Quartier Helene in Freimann. Ausgabe 52, Quelle: HWB 39

Liebe Leserinnen, liebe Leser !

Gäbe es in der Metropolregion München nicht so viele Immobilienthemen, würden wir uns womöglich Energiebrief München nennen. Dann könnten wir berichten, dass Eric Beißwenger, Bayerns Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales, nicht nur nach Kasachstan gereist ist, sondern auch wieder zurückkam. Und zwar mit der Zusage des kasachischen Energieministers und -geschäftsmanns Yerlan Akkenzhenov, das zentralasiatische Land werde in Zukunft noch mehr Öl nach Bayern liefern. Bislang bezieht der Freistaat 50 Prozent seines Erdöls von dort. Vorteil Kasachstan I: Das Öl findet aus dem Land ohne Passage durch die Straße von Hormus nach Bayern. Vorteil Kasachstan II: Beißwenger sagte seinen Gastgebern zu, Kasachstan beim Ausbau erneuerbarer Energien mit bayerischer Technologie zu unterstützen.

Eine Brücke zwischen den Themen Energie und Immobilien baute derweil JLL. In einer internationalen Analyse kam der Immobiliendienstleister zu dem Schluss, die Verfügbarkeit von Strom werde „zum entscheidenden Werttreiber für Immobilien“. Und zum immer relevanteren Standortfaktor. Das betreffe Gewerbeimmobilien und da insbesondere Labore, Rechenzentren sowie die Bereiche Logistik und Fertigung. Frei übersetzt: Fließe der Strom reichlich und zuverlässig, ermögliche das mehr Ansiedlung solcher Nutzungsarten, höhere Mieten und steigende Immobilienwerte

Mit der Energieversorgung meint JLL Strom, idealerweise regenerativ erzeugt und mittels Batteriespeichertechnik zunehmend stabil verfügbar. Wann solcher Strom auch für energieintensive Industriezweige und insbesondere Energie verschlingende Rechenzentren ausreichend und stabil zur Verfügung stehen wird, steht nicht dabei. Ob am Ende Beißwengers Öl aus Kasachstan dabei hilft, in Bayern für die Energiesicherheit zu sorgen, die Immobilienwerte steigen lässt?  Mit entsprechender CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) müsste das auf den Dekarbonisierungspfaden für Immobilien klargehen. 

Das Stichwort Dekarbonisierungspfad finden Sie noch an anderer Stelle im aktuellen Immobilienbrief
München. Wüest Partner hat uns exklusiv Daten dazu zur Verfügung gestellt, wie sich die Energieeffizienzklassen A bis H in der Stadt München auf die Kaufpreise für Wohn- und Büroimmobilien auswirken. Dabei stellte sich heraus, dass es in der bayerischen Landeshauptstadt mindestens zwei wesentliche Unterschiede zu den Ergebnissen für ganz Deutschland gibt. Welche das sind, lesen Sie ab Seite 14. 

Auf derselben Seite erfahren Sie zudem, wie viele Wohnungen 2025 in München fertiggestellt und genehmigt wurden. Oder besser: Wie wenige. Vielleicht nehmen Sie vorher ein paar Zentiliter eines erlesenen und definitiv nicht alkoholfreien Getränks zu sich. Dann tun die Zahlen nicht ganz so weh. 

Es grüßt Sie ganz herzlich – leider ohne persönliche Connections nach Kasachstan 

Ihr

Bernhard Bomke, Chefredakteur 

 

Die aktuelle Ausgabe vom 22. April 2026

Frauenkirche in München, Quelle: Stocks

Die zauberhafte Altstadt in Landshut, Quelle: Stocks

Münsing am Starnberger See, Quelle: Stocks

Bayrische Lebensfreude, Quelle: Stocks

Das Friedensdenkmal in München, Quelle: Stocks

Der Viktualienmarkt in München, Quelle: Stocks