Früher Sendlinger Loch, jetzt Alram 14: Pembroke-Projekt
an der Alramstraße mit 186 Wohnungen. Ausgabe 57, Quelle: Comm
Liebe Leserinnen, liebe Leser !
In München wird gar nicht alles teurer. Manchmal sogar günstiger. Nachdem der Gutachterausschuss für 2025 schon deutliche Rückgänge bei den Wohnbaulandpreisen und immerhin messbar rückläufige Kaufpreise für Eigentumswohnungen gemeldet hatte, zog der bundesweite Kreditvermittler Dr. Klein mit seinem Trendindikator Immobilienpreise nun nach. Im zweiten Quartal dieses Jahres haben Käufer von Wohnungen in München demnach im Schnitt 107 Euro weniger pro Quadratmeter bezahlt als im ersten Quartal. Konkret wurden nun im Mittel noch 7393 Euro/Quadratmeter fällig. Das reichte weiterhin locker für Platz 1 in Deutschland. Als Zweitplatzierter folgt Berlin mit 5061 Euro. Natürlich nur, solange dort noch jemand Wohnungen kaufen darf. Pardon, dieses, nun ja, Aperçu musste sein.
Sollten weitere Marktindikatoren zu Wohnimmobilien auch für München zutreffen, wäre jede denkbare weitere Entwicklung der Preise herleitbar. Sie könnten weiter sinken, wenn man das Ergebnis einer Umfrage des Maklers von Poll Immobilien heranzieht. Danach beobachten drei Viertel der Immobilienexperten, die erstens für das Unternehmen arbeiten und zweitens bei der Umfrage mitmachten, seit Beginn des Kriegs am Persischen Golf Ende Februar eine zunehmende Zurückhaltung bei Kaufinteressenten.
Den Schluss, die Kaufpreise in München dürften wieder steigen, könnte ziehen, wer das vom Ifo-Institut im Juni gemessene Geschäftsklima im Wohnungsbau betrachtet. Das sank gegenüber dem Vormonat von minus 29,5 auf minus 31 Punkte. Das war der schwächste Wert seit März 2025. „Viele Unternehmen sehen derzeit keine Anzeichen für eine nachhaltige Belebung des Wohnungsbaus“, schreibt das Institut. Auch das noch, könnte ein Münchner sagen, der ohnehin schon an mickrige Fertigstellungszahlen gewöhnt ist. Sollte es also noch weniger als wenig Wohnungsbau geben, spräche das für wieder steigende Kaufpreise.
Aber was sind schon allgemeine Marktindikatoren, wenn es in der Stadt ganz eigene Entwicklungen gibt. Die neue Umbauagentur „Büro zu Wohnen“ zum Beispiel. Ob die wirklich Wunder wirken kann, weiß kein Mensch. Entscheidender als das Dutzend Agenturmitarbeiter dürfte die konkrete Genehmigungspraxis der Stadt sein, wenn Wohnungen dort geschaffen werden sollen, wo es bislang nicht vorgesehen war. Das ist längst nicht immer so trivial, wie mancher es gerne hätte, der viele leere Büros sieht und um den chronischen Wohnungsmangel weiß. Vom kleinen Einmaleins mal ganz abgesehen.
Was jedoch auffällt: In den vergangenen Wochen stieg die Zahl der Gesprächspartner aus der Münchner Immobilienszene, die von konkreten Umnutzungsüberlegungen erzählen. Da geht es zwar nicht gleich um Tausende Wohnungen, aber es wird überlegt, kalkuliert und gesprochen. Immerhin.
Es grüßt Sie ganz herzlich – wenn auch leider ohne Glaskugel
Ihr
Bernhard Bomke, Chefredakteur
Frauenkirche in München, Quelle: Stocks
Die zauberhafte Altstadt in Landshut, Quelle: Stocks
Münsing am Starnberger See, Quelle: Stocks
Bayrische Lebensfreude, Quelle: Stocks
Das Friedensdenkmal in München, Quelle: Stocks
Der Viktualienmarkt in München, Quelle: Stocks
