Kirchheim: Erste Wohnungen „Am Parksee“ bis Ende 2026 fertig. Ausgabe 53, Quelle: Dibag

Liebe Leserinnen, liebe Leser !

Abschied und Neuanfang sind enge Verwandte. Zumindest zeitlich trennt sie nicht viel. Projektentwickler, die baufällige Immobilien anfassen, umwandeln und so etwas Neues schaffen, kennen das. Ganz gleich, ob es um die vielen kleineren Weiterentwicklungen in München geht oder um große Beispiele wie diverse alte Siemens-Gebäude oder das Bruckmann-Quartier. Letztgenanntes bekam längst den Namen „Heaven“, damit das Neue nicht nur neu aussieht, sondern auch neu klingt. Namensalternativen wie NY84 in Anlehnung an die Nymphenburger Straße 84, eine der fünf Adressen des Quartiers, hatten da keine Chance. Was wäre auch schon eine Ostküstenanmutung gegen den Himmel?

Abschied nahm der nunmehrige Alt-Oberbürgermeister Dieter Reiter. Er tat das schriftlich und mit einer Formulierung, die nahelegt, er habe an den fast 100 000 neuen Wohnungen während seiner 12 Jahre langen Regierungszeit selbst mitgebaut. Erstens waren es von 2014 bis 2025 nach Zahlen der Stadt München nur 88 500 Wohnungen, und zweitens ist nicht genau überliefert, wie viele davon Reiter konkret mitgebaut hat. Ob es technisch möglich ist, sich nicht nur im richtigen Moment, sondern auch rückwirkend an die Spitze einer Bewegung zu setzen?

Reiters Nachfolger Dominik Krause wird zu seinem Neuanfang mit dem Ziel von 50 000 neuen Wohnungen in Verbindung gebracht. Die Zahl hing im Wahlkampf an jedem dritten Laternenmasten. Also kennt sie jeder. Ob die 50 000 Wohnungen bis 2032 bezugsfertig sein sollen oder erst 2050, stand nicht dabei. Aber Krause bleibt bei dem Ziel und will Wohnungsbau erkennbar zur Chefsache machen. Voraussichtlich mit einer Stadtratsmehrheit, die den Namen Mango-Koalition tragen könnte. Weil sich alle Farben der Beteiligten von der Rosa Liste über die Grünen und die SPD bis zu FDP und Freien Wählern irgendwo in dieser Obstart wiederfinden. Also noch ein Neuanfang, wenn es denn so kommt.

Nach Abschied ohne Neuanfang klingt die baldige Schließung des Traditionsgeschäfts Suckfüll an der Türkenstraße. Damit verschwindet ein Stück München. Ein Jammer. Was könnte dort der Neuanfang sein? Noch ein Laden für vegane Erbsensmoothies? Die nächste Wrapperia? Ein Mangoladen? Manchmal gerät ein Neuanfang auch zu etwas, was sofort verabschiedet gehört. Im Bezirksausschuss Schwabing-Freimann ging es um die Küche der Grundschule am Bauhausplatz. Da ist noch alles ziemlich neu, aber die Küche, so wurde vorgetragen, überhitze im Sommer häufig so sehr, dass sie aus Arbeitsschutzgründen nicht genutzt werden dürfe. Statt frisch gekochter Mahlzeiten gebe es für die Schüler dann Fertigessen auf Wegwerfgeschirr. Frage: Welche der immer wieder kolportierten 20 000 Bauvorschriften macht eine neue Schulküche unbenutzbar? Und zu einem Fall für Bestandssanierung gleich nach Inbetriebnahme – also für einen Neuanfang nach dem Neuanfang? Jede Wette: Es wird irgendwas mit Brandschutz gewesen sein. So etwas wie Sauerstoffverbot in der Schulküche. Aus Sicherheitsgründen.

Es grüßt Sie ganz herzlich – und staunend

Ihr

Bernhard Bomke, Chefredakteur 

Die aktuelle Ausgabe vom 6. Mai 2026

Frauenkirche in München, Quelle: Stocks

Die zauberhafte Altstadt in Landshut, Quelle: Stocks

Münsing am Starnberger See, Quelle: Stocks

Bayrische Lebensfreude, Quelle: Stocks

Das Friedensdenkmal in München, Quelle: Stocks

Der Viktualienmarkt in München, Quelle: Stocks