Es geht voran: Milliardenprojekt Sugar Valley. Ausgabe 50, Quelle Salvis

Liebe Leserinnen, liebe Leser !

Bei Büroprojekten ist es Standard geworden, sie mit Wow-Architektur, vielseitiger Raumaufteilung, viel Nachhaltigkeit und einer hippen Kaffeebar zu vermarkten. Das Kollateralkalkül: So sollen möglichst viele Beschäftigte aus dem Homeoffice wieder ins Büro gelockt werden. Nun kommt von unerwarteter Seite eine Art Gegenbewegung. Das Münchner Ifo-Institut will zusammen mit der US-Universität Stanford herausgefunden haben, dass Homeoffice die Zahl der Geburten in die Höhe treibt. In Haushalten mit mindestens einem Tag Heimarbeit in der Woche liege die Geburtenrate im Durchschnitt der betrachteten 38 Länder 14 Prozent höher als in Haushalten ohne Homeoffice. Ein Argument in hochentwickelten Staaten wie Deutschland, die generell geringe Geburtenraten beklagen. 

Die Studie wird noch konkreter. „Eine Anhebung der Homeoffice-Quote auf das US-amerikanische Niveau könnte für 13 500 zusätzliche Geburten pro Jahr in Deutschland sorgen“, heißt es. Zur Orientierung: Das Statistische Bundesamt beziffert die Zahl der Geburten im Jahr 2025 nach vorläufigen Daten auf 640 000 bis 660 000. Homeoffice auf US-
Intensitätslevel könnte hierzulande also 2 Prozent mehr Geburten zur Folge haben. In München, wo im vergangenen Jahr 20 906 Kinder zur Welt kamen, hätten es demnach 400 mehr sein können. Perspektivisch also 20 Kitagruppen à 20 Kinder.

Die Erkenntnisse von Ifo & Stanford liefern nun also eine zusätzliche Erklärung für die als zu gering erachtete Geburtenrate. Galten bislang zu wenige Kitaplätze, Stress im Beruf, hohe Kosten, Formen irgendwelcher Selbstverwirklichung und bisweilen auch diverse Ängste vor der Zukunft als tatsächliche oder vorgeschobene Gründe, wissen wir nun: Zu geringe Homeofficequoten sind schuld an der Nachwuchsmisere. 

Bleibt die Frage, wie sich dieser Konflikt lösen lässt. Viele Unternehmen, die ihr Geld mit Beschäftigten am Schreibtisch verdienen, wünschen sich einerseits ihre Mitarbeiter zurück im Büro. Andererseits gelten mehr Geburten als Schlüssel dafür, dass ihre Stellen auch langfristig besetzt werden können, das Renten-system besser funktioniert und es potenziell mehr Lebenslust im Land gibt. Motto: Kinder sind die Zukunft und so. Ob Büroflächen – im Werksviertel wie an der Neuhauser Straße – künftig nicht mehr nachhaltig und architektonisch top, sondern wie im Homeoffice anmuten müssen? Also mehr Küchentische, Jogginghosen als Dienstkleidung und Pritschen für das Nickerchen zwischendurch – allein oder zu zweit? 

Wie auch immer die Sache ausgeht: Der Immobilienbrief München wird sehr gerne darüber berichten, wenn es entsprechende Konzepte in der Metropolregion München gibt. Das könnte in einer der nächsten 50 Ausgaben sein. Was uns zu der Feststellung veranlasst: Die heutige Ausgabe trägt die Nummer 50. Das halbe Hundert ist also voll. Das finden wir einerseits überraschend, weil die Zeit bis hierher wie im Flug verging, und andererseits höchst erfreulich. Wir begleiten Sie nämlich total gerne. Das nächste Mal wieder in zwei Wochen.

Es grüßt Sie ganz herzlich, auf die 50 anstoßend

Ihr

Bernhard Bomke, Chefredakteur 

 

Die aktuelle Ausgabe vom 25. März 2026

Frauenkirche in München, Quelle: Stocks

Die zauberhafte Altstadt in Landshut, Quelle: Stocks

Münsing am Starnberger See, Quelle: Stocks

Bayrische Lebensfreude, Quelle: Stocks

Das Friedensdenkmal in München, Quelle: Stocks

Der Viktualienmarkt in München, Quelle: Stocks